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Nachruf auf unseren Freund, Head-CB und Camp-Fan Stocki
Das Camp trauert um Sebastian Stockhausen

Stocki

Liebe Campfreunde,

seit diesem Sommer hat sich die Welt unserer Camp-Gemeinschaft verändert. Im ersten Sommer-Camp 2009 traf uns die Nachricht, dass Sebastian Stockhausen – im Camp nur „Stocki“ genannt – ganz plötzlich gestorben ist, völlig unvorbereitet. Drei Tage nach seinem Tod hätte er eigentlich als Head-CB das zweite Sommer-Camp leiten sollen.

Die CBs von S1 und S2 wurden benachrichtigt, gemeinsam wurde überlegt, ob und wie die Sommer-Camps weiterlaufen können. Wir haben uns gefragt, wie Stocki vielleicht gehandelt hätte, wenn einer von uns gestorben wäre… Wahrscheinlich hätte er die Camps fortgesetzt, und das wollten wir auch - das war uns sofort klar.
An erster Stelle unserer Überlegungen standen die Camper. Für sie war Stocki immer da, für sie ist das Camp da, und sie sollen hier weiter Jesus Christus, der Mensch gewordenen Gottesliebe, begegnen können. Die Camper, die zu uns kommen, sind noch weniger als wir und die CBs auf plötzliche Trauer vorbereitet. Sie wollen einfach nur gute Camp-Wochen erleben mit intensiver Gemeinschaft auf dem Zimmer und mit anderen Campern - natürlich mit tiefen Gesprächen, aber nicht nur -, mit kreativ-verrückten Programmen, mit Lachen und mit Nachdenken, mit Beten und Singen, mit Geschichten, die anrühren, die aufwühlen und die Sehnsucht machen auf den Einen, der das Leben schenkt, der es liebt und der das Leben selbst ist. Solche Erfahrungen wünschen sie sich. Solche Erfahrungen brauchen sie aber auch, denn sie geben Orientierung im Hinblick darauf, wer wir Menschen vor Gott sind und was er sich für uns wünscht und letztendlich im Hinblick auf unsere Fragen nach Tod und Leben.

Zeit zum Trauern und Abschiednehmen gab es für die CBs bisher fast nicht. Viele, sehr viele sind zur Beerdigung gefahren, die sehr ergreifend war. Trauern geschieht aber nicht punktuell, sondern braucht Zeit. Dazu sind weitere Begegnungen notwendig und der Austausch über gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen. Dazu gehört aber irgendwann auch das Loslassen.
Stocki wird uns fehlen als Freund und als Vorbild im liebevollen Umgang mit Menschen. Er verbreitete ständig gute Laune mit seinen unglaublich verrückten Ideen, und er lebte aus der Vergebung heraus und aus der Hoffnung, dass das Leben nicht zu Ende ist, wenn es hier zu Ende geht. Er lebt nicht mehr bei uns, sondern ist uns auf unserem gemeinsamen Weg ein Stück voran gegangen.
Wir leben oft, als ob wir nicht sterben könnten und erleben den Tod dann als plötzlichen, tiefen Einschnitt in unser Leben. Dabei ist es genau anders herum: Wir alle sterben - jeden Tag ein Stück mehr -, und Jesus ist der tiefe Einschnitt des Lebens mitten in unser Sterben hinein. Er hält uns fest - im Tod und im Leben. Das ist unsere Hoffnung. Das müssen wir einander immer wieder sagen, weil wir ständig in Gefahr sind, das zu vergessen. Das ist Stockis Hoffnung gewesen, in der er für unser Empfinden viel zu früh gestorben ist und in der er jetzt lebt.

Stockis Tod darf uns traurig machen, sogar so tieftraurig, dass wir für Tage und Wochen handlungsunfähig zu sein scheinen, weil unsere Fragen nach Gottes Plan ins Leere zu führen scheinen. Er wird diese Leere füllen.
Besser wäre noch, wir ließen uns trösten oder trösteten einander, denn Jesus sagt: „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle!“ (Lk 20,28).
Allen, die sich im Moment stark fühlen, die anderen zu stärken und zu trösten, sagt Paulus: „Freut Euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!“ (Röm 12,15) und allen, die sich schwach fühlen und Trost brauchen, gilt die Verheißung: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein!“ (Offb 21,4)

Jesus mit Euch und Gott befohlen!

Steffen Sorgatz, Campleitung
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